Mein Radiomoment – Warum ich (eigentlich) kein Radio höre

Radio: Diese unliebsame Begleiterscheinung, wenn man beim Autofahren seine CD-Tasche vergessen hat. Oder die Speicherkarte nicht lesbar ist. Oder sich die Multimediaeinheit aus unerfindlichen Gründen mal nicht mit dem Bluetooth-Modul des Smartphones koppeln lässt.

Was bedeutet denn Radio anno 2014? Wir genießen die Freiheit, unser musikalisches Programm so individuell wie nur denkbar zu gestalten – Mittel und Wege gibt es ja viele. Via Spotify können wir auf unsere Musik inzwischen auch von unterwegs aus zugreifen, iTunes Match ermöglicht uns, die eigene Library in der Hosentasche herumzutragen und abzurufen. Wir erstellen uns Playlisten, favorisieren Youtubevideos und liken Clips bei Facebook – ganz nach dem eigenen Geschmack! Was also kann uns das Radio bieten?

Auf den gängigen Frequenzen bekommen wir den gefühlt immer gleichen Retortenkitsch der aktuellen Saison präsentiert, dazu das „Beste“, sprich Totgenudeltste der 80er und 90er. Risiko? Fehlanzeige! Spannung: gleich Null. Ganz ehrlich, wenn ich mal gezwungen bin, über längere Zeit Bremen 4, NRJ und Konsorten zu hören, werde ich über kurz oder lang aggressiv. Für wen wird denn dieses Programm zusammengestellt? Wer ist diese graue Masse, die sich daran erfreut, den aktuellen Sommerhit 3x am Tag, 30x die Woche vorgesetzt zu bekommen? Selbst, wenn man einen Song ursprünglich mal mochte, so verliert er an Bedeutung, wenn man ihn in solch übertrieben stetiger Frequenz zu hören kriegt, dass man ihn nach dem 4. Mal auswendig mitsingen, und nach dem 40. Mal dazu im Takt reihern kann!

Aber Radio könnte auch anders! Es besitzt das Potenzial, seine Hörerschaft zu überraschen, in den alltäglichsten Situationen zu begleiten und mit einem Programm zu versorgen, das emotional begeistert, belebt oder berührt. Wenn wir dem Radio Einlass in unsere Wohnzimmer oder Autocockpits gewähren; wenn wir ihm erlauben, bei uns zu sein, wenn wir uns auf längere Fahrten begeben, im Büro schwitzen oder zuhause Lust auf laute Musik haben, dann sollte sich Radio erkenntlich zeigen und das nicht, indem es uns mit abgekochter Fertigsuppe abfüllt, sondern uns mit feinster Gourmetkost verwöhnt. Eine Melange aus Bekanntem und Beliebtem, nicht bloß kommerziell Erfolgreichem und mehrfach Durchgekautem.

Wenn der Sender Augen und Ohren offen gehalten hat, um seinen Hörern Neues und Spannendes aus der globalen Musikszene aufzutischen; wenn dabei ein toller Mix aus Neuem und Großartigem entsteht und er uns vielleicht sogar mit dem nächsten großen Lieblingslied beschenkt; wenn das Radio uns nicht bloß als Konsumenten versteht, sondern als intelligenten Hörer wertzuschätzen weiss, dann werden wir diese Wertschätzung erwidern, dann werden wir ihm seinen Mut danken und dranbleiben! Und dann kann Radio wieder Spaß machen, auch im Jahr 2014!

Marian Rossol

Unser Radiomoment – Das erste Mal im Studio

Der eine oder andere von uns hat bereits Radio-Erfahrung gesammelt, doch nun besichtigten wir, das Team von KROSSE.fm, zum ersten Mal das Tonstudio und den Schnittraum der Uni Bremen im GW2. Wir hoffen euch am Ende des Semesters unsere erste Radiosendung präsentieren zu können.

Mein Radiomoment – Genau hinhören

Eigentlich läuft das Radio bei mir rund um die Uhr. Ich schalte es beim Aufstehen ein und erst vorm Schlafengehen wieder aus. Es läuft und läuft und läuft, doch eigentlich habe ich nie wirklich zugehört. Ich war vermutlich der Radiohörer, den sich jeder Radiomacher wünscht. Arglos, unbedarft, leichtgläubig. Der ultimative Quotenbringer.

Doch irgendwann habe ich meine Hände von den Ohren genommen und tatsächlich gehört, was mich da tagtäglich beschallte. Nervige Beiträge, die vor geschwollenem „Humor“ nahezu platzten, Moderatoren, die laufend meinen mir erzählen zu müssen was meinen Tag lebenswert macht und mich zu einem angesagten Teil der Stadt. Zwischendurch noch ein bisschen immer gleiche Werbung und das Wetter vor dem Fenster. Ach ja, und natürlich sollte ich auch unbedingt sofort anrufen, um Tickets für das ultimative Event am Wochenende zu gewinnen, bei dem man einfach dabei sein muss.
Sie schaffen es sogar, dass ich anfange von meinem Lieblingslied genervt zu sein. 150 Songs, die in einer Endlosschleife laufen. Tagein, tagaus. Nur unterbrochen von der gebetsmühlenartig wiederholten Kennung des Senders, der einzige Hinweis darauf, dass ich nicht einen der anderen super jungen Sender höre.

Höhepunkte? Überraschungen? Abwechslung? Fehlanzeige. Das Radio plätschert vor sich hin, darf nicht auffallen oder gar irritieren. Was Neues zu bringen ist ein Risiko und das wird nicht gerne eingegangen. Schade. Denn unbekannte und neue Lieder und Trends können sie für die iPod-Generation interessant machen. Wer sollte das Radio anschalten, um die immer gleichen 150 Songs zu hören, wenn er doch Tausende selbst jederzeit zur Verfügung hat?

Ich bin noch immer Radiohörer und werde es wohl auch bleiben. Nicht wegen den Liedern oder Beiträgen. Es ist vielmehr ein Lebensgefühl … aber den Sender habe ich gewechselt.

Lisa

Mein Radiomoment – Immer mitten im Leben

Es ist nicht dieser eine, große Radiomoment – nein, es sind die unzähligen kleinen akustischen Momente, die Radio so einzigartig machen, die direkt in unser emotionales Ich treffen: der persönliche Song, die auf den Punkt gebrachte Moderation, der schöne musikalische Übergang, die treffende Pointe…

Als langjähriger Radiomacher habe ich zahlreiche Momente des kleinen Radio-Glücks erleben können. Wie schön es sich etwa anfühlt, eine Live-Sendung inspiriert on air gebracht zu haben.

Meine emotional sicherlich bewegendsten Radio-Momente können unterschiedlicher nicht sein: der Tag der Geburt meines Sohnes und der Tag von 9/11. Ersterer brachte mit sich, dass ich das bisher einzige Mal zu spät zum Dienst kam, unendlich euphorisiert und dann das freudige Ereignis live während der „Hafenkonzert“-Übertragung verkündend. So haben meine Eltern aus dem Radio erfahren, dass sie Großeltern geworden waren…

Letzterer hat 2 meiner Kollegen und mich emotional total gefordert, da wir das gesamte Musikprogramm der auf den 09.11.2001 folgenden Tage in einer nicht enden wollenden Session musikalisch umgestaltet haben. Seit diesem Tag kann ich beispielsweise Eva Cassidys wunderbare Version von “Over The Rainbow“ nicht mehr unbefangen anhören.

Für mich ist und bleibt Radio unmittelbarer Spiegel des Lebens.

Dr. Christian Höltge, Radiomacher seit 1986

Mein Radiomoment – Paranoia auf der Landstraße

Irgendwo auf der A 30 zwischen Osnabrück und Rheine: Die Scheibenwischer quietschen und hinterlassen Schlieren auf der Windschutzscheibe, auf der Gegenfahrbahn rast ein Auto vorbei – das Xenonlicht blendet. Danach herrscht wieder Dunkelheit, verdrängt lediglich von dem schwachen Scheinwerferkegeln meines Golf III und der Displaybeleuchtung des Autoradios. Es läuft NDR 2 mit irgendeinem Lied aus den aktuellen Single-Charts. Ein Unheil verkündendes Knarzen aus dem einzigen funktionierenden Lautsprecher durchbricht die Ruhe im Auto – kein Empfang mehr. Inzwischen habe ich Niedersachsen verlassen und befinde mich in NRW, 1Live sollte also funktionieren. Schnell die richtige Frequenz gesucht, dann setzt ich meine Fahrt ungestört fort.

Die Monotone Männerstimme aus dem Radio verkündet: „Original Tondokument zum Zwischenfall AY11 3609 Codewort Fensterblau, es handelt sich um die Aufnahmen der in Sperrzone 1 gefundenen Aufzeichnungsgeräte. Sichergestellt wurden zwei durch das Großfeuer stark beschädigte Digitalkameras, von deren Aufzeichnungen lediglich Fragmente auswertbar waren.“ Die ersten Fragmente offenbaren harmloses: Ella steht mir ihren Eltern auf Kriegsfuß, ihr „Vater ist eh auf Geschäftsreise“ und ihre Mutter „trifft ihren neuen Lover“. Am Wochenende will die 16 Jahre alte Schülerin mit ihren Freunden Spider, Hendrik und Tamara auf ein Goth-Konzert nach Leipzig fahren. Da bietet sich der Oldtimer von Ellas Vater geradezu an. Ohne Wissen der Eltern borgen sich die Jugendlichen den Oldtimer und fahren ohne Navigationsgerät und nur mit einer Karte ausgestattet los. Ein wütender Anruf von Ellas Vater durchkreuzt ihre Pläne, er will dass sie umkehren, ansonsten verständige er die Polizei. Daraufhin weichen die Jugendlichen auf Landstraßen aus, um Polizeikontrollen zu umgehen – und verfahren sich. An einem Gasthof halten sie an und fragen nach dem Weg, ein paar angetrunkene Männer wollen Ella und Tamara an die Wäsche. Die Situation eskaliert, einer der Männer zieht Spider eins mit einem Baseballschläger über, Hendrik sticht auf den Schläger ein, dann flüchten die vier mit dem Oldtimer in die Dunkelheit. Die Männer verfolgen sie in Pickups. Auf ihrer Flucht kommen die Jugendlichen in einen verlassenen Ort, plötzlich springt ein Affe auf die Oldtimermotorhaube, er trägt ein lila T-Shirt….

Ich fahre von der Autobahn ab, Bäume säumen die Landstraße vor mir, nirgendwo sind andere Autos zu sehen, die Dunkelheit verschluckt den Golf III. Der Motor läuft unruhig und ich hoffe, dass er auf den letzten Metern nicht schlapp macht – wer weiß, was sich Nachts im Wald herumtreibt? Das Hörspiel hat Besitz von mir ergriffen. Ich schiebe Paranoia und hoffe so schnell wie möglich zu Hause anzukommen.

Bist du angehender Kriminalautor, oder möchtest du deine Kurzgeschichte aus dem letzten Literaturseminar einem breiten Publikum präsentieren? Melde dich doch einfach bei uns und vielleicht läuft dein Stück schon im nächsten Semester auf krosse.fm als Hörspiel. Wenn dich die Geschichte um Ella und ihre Freunde in Spannung versetzt hat, dann kannst du sie hier nachhören: http://www.einslive.de/sendungen/plan_b/krimi/2013/02/130221_vor_sonnenaufgang.jsp

Simon Sax

Mein Radiomoment – Keine Angst vor Abschaltimpulsen

Es war Silvester. Am frühen Abend kam ich ins Studio, um für zwei oder drei Stunden bei der ausgelassenen Jahresendsendung unseres Uni-Radios dabei zu sein. Mein Auftrag: Likör mitbringen. Der wäre allerdings kaum noch nötig gewesen, denn schließlich feierte unsere CVD zeitgleich noch ihren Geburtstag, sodass das Sendungs- … nun ja, nennen wir es mal Konzept: „ein bisschen trinken, ein bisschen Musik und ein bisschen Quatschen“ bereits vor der Sendung ausgiebig zelebriert wurde. Dementsprechend hatten alle anderen auch schon gut einen im Tee, als ich im Studio ankam.

Doch damit nicht genug. Zur weiteren Pegelsteigerung war ein Trinkspiel vorbereitet, das wir live und mit eingeschalteten Mikrofonen spielten. Außerdem bekamen alle einen kleinen Zettel, auf dem eine persönliche Aufgabe gestellt wurde, die den anderen jedoch nicht verraten werden durfte. Ich musste eine spontane Erkältung vortäuschen und durch lautstarkes Schniefen und Husten auch alle anderen daran teilhaben lassen. Auch wenn im Studio keiner mehr so richtig zu begreifen schien, weshalb ich meine Atemwege so lauthals benutzte – der Ohrenschmaus aus dem Radio war perfekt.

Im Prinzip war diese Sendung schlicht eine Geburtstagsfeier mit Liveübertragung. Doch von unserem kritischen und experimentellen Standpunkt aus gesehen, war sie ein Bollwerk gegen die Nüchternheit der Programme, gegen trockene Moderationen und gegen die Angst vor Abschaltimpulsen. „Bloß keine Fehler und bloß nichts unangenehmes senden, sonst verlieren wir unsere Hörer!“ – dagegen stellten wir unsere Silvester-Radiogala mit der höchsten, je gemessenen Dichte an Radiopannen als Gegenkonzept. Denn wir haben den Luxus genossen, uns keiner Quote unterwerfen zu müssen oder die Sendung zum Wohlgefallen der breiten Masse glattbügeln zu müssen. Wir haben im Radio das machen können, was Spaß macht – und sei es, einfach mal einen über den Durst zu trinken. Nicht, dass sich so jeder Sendetag gestalten ließe. Aber es darf auch mal dazugehören.

Einen Archivmitschnitt gibt es von dieser Sendung zu meinem Bedauern – aber wohl aus gutem Grund – nicht. Anders verhält es sich da mit anderen angetüdelten Silvester-Sendungen. So birgt das Internet beispielsweise die folgende Perle des sich nur noch mit Mühe artikulierenden Nachrichtensprechers von Radio Fritz, welcher sich bei den ersten Nachrichten des neuen Jahres eine wahre Glanzparade leistete: http://radiopannen.de/index.php?pid=109 Ich würde bezweifeln, dass durch diesen Faux pas auch nur ein Hörer verloren gegangen ist.

Felix

Mein Radiomoment – Immer wieder dasselbe

Es ist wirklich unglaublich. Unabhängig zu welcher Zeit ich das Radio einschalte, immer ertönt das selbe verdammte Lied. Tag für Tag, wieder und wieder. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass Lied nicht noch beim Namen zu nennen, doch wie sonst soll ich die in mir aufgestauten Aggressionen endlich mal abbauen können? Es handelt sich um den mittlerweile todgehörten Titel Let Her Go von dem Erfolgssänger, so wird er angepriesen, Passenger. Dieses Lied läuft ungelogen jeden Tag, wohlgemerkt seit mehreren Monaten, mindestens zweimal auf dem von mir seit Jahren favorisierten Radiosender. Egal zu welcher Uhrzeit ich das Radio einschalte, entweder läuft das obengenannte Lied genau zu diesem Zeitpunkt oder kommt innerhalb der nächsten 5 – 10 Minuten. Als wäre dies nicht schon provozierend genug ertönt davor noch der allbekannte Jingle „Alle aktuellen Hits – das Beste von heute“. Bei aller Liebe des durchschnittlichen Hörfunkkonsumenten: Ein Lied, was mehrmals pro Tag und vor allem über den Zeitraum von mehreren Monaten immer wieder gespielt wird, kann einfach nicht mehr aktuell sein. Auch über den Fakt, dass nur das Beste von heute gespielt wird, lässt sich auf jeden Fall streiten. Natürlich könnte ich einfach den Radiosender wechseln, denn der Fehler im System könnte ja auch am Endnutzer liegen. Offengestanden liegt der Fehler wirklich bei mir, denn das Radiogerät lässt sich auf Anno 1990 schätzen. Möchte man den Sender wechseln, so gleicht das einem chirurgischen Eingriff. Mit äußerster Präzision versuchte ich schon oft den kleinen Regler im Frequenzbereich zu verschieben, doch zu oft wurde ich vom monotonen surren enttäuscht.

Kein Einzelfall

Ohnehin erschlägt mich das Gefühl, dass viele Radiosender gerne die selbe Schiene fahren. So wird meistens ein bunter Mix aus aktuellen Hits und dem Besten aus den vergangenen Jahrzehnten angepriesen, die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Die aktuellen Hits beschränken sich meistens auf die Top 15 der aktuellen Singlecharts, der Rest ähnelt einem DJ-Set von einer Ü40 80er & 90er Party im regionalen Tanzlokal. Die einzig wirkliche Abwechslung bietet das ständig wechselnde Wetter und die verschiedenen Standorte der Blitzer auf den Straßen. Vielleicht ist es langsam mal an der Zeit, das Radio wieder ein wenig attraktiver zu machen – zumindest was die Musikauswahl angeht.

Jean-Luc

Mein Radiomoment – Public Listening

Die Ausgangslage war klar: Nach einem 1:1 im heimischen Weserstadion brauchten die Grünweißen nun ein gutes Ergebnis beim AC Mailand, um die nächste Runde des UEFA-Pokal zu erreichen. Den ersten Dämpfer mussten ich und tausende anderer Werder Fans aber schon vor dem Spiel hinnehmen. Silvio Berlusconi, damaliger Chef Italiens, des italienischen Fernsehens und dem AC Mailand, hat die Rechte an der TV-Übertragung dermaßen hochgeschraubt, dass das deutsche Fernsehen dankend ablehnte. Was also tun? Die Antwort lag auf der Hand – oder um es plakativ auszudrücken, auf dem Ohr. Radio.

Die Senderfrage war schnell geklärt. Etwas anderes als Bremen 1 läuft ja eh nie, so ersparte ich mir wenigstens die ewige Suche nach einer Frequenz, auf der gerade nicht „I gotta Feeling“ von den „Black Eyes Peas“ (wir schreiben das Jahr 2009) läuft. Zurück zum Wesentlichen. Heiko Neugebauer und Henry Vogt heißen die beiden Sportjournalisten, die für Radio Bremen im Dienst sind und an dem denkwürdigen Abend in Mailand waren, um eine Reportage zu bieten, die sie, genau wie ich, ihren Lebtag nicht mehr vergessen werden.

Das Phänomen Public Listening

Es herrschte absolute Stille in 8 m² Küche meines Kumpels. Die Blicke wanderten von der Kaffeemaschine zur Spüle und weiter bis zu den Krümeln auf dem Fliesenboden. Die Hände klammerten sich um die Flasche Bier, während die Finger das Etikett zerpulten. Das Knie wippte vor Nervosität auf und ab. Dreimal schneller als der Sekundentakt der Uhr über der Tür. Einzig die Ohren konzentrierten sich und hingen förmlich an dem kleinem Radio von Casio, um das wir uns versammelt hatten. Public Listening ist eine komplett andere Erfahrung als das gemeinsame Schauen von Fußballübertragungen. Nicht unbedingt besser oder schlechter. Doch bei Weitem intensiver. Das Geschehen wird haargenau beschrieben. Keine Zeitlupe, keine Wiederholungen. Alles spielt sich zwischen dem gesprochenen Wort und der Fantasie jedes einzelnen ab.

Zur Halbzeit lag Werder schon 2:0 hinten, was gleichzeitig bedeutete das die Werderaner ein 2:2 benötigten um das Achtelfinale zu erreichen. Als Claudio Pizarro den Anschlusstreffer und später den gewinnbringenden Ausgleich erzielt brachen alle Dämme. Nicht nur bei Neugebauer und Vogt sondern auch die Kapazität der besagten Küche wurde durch unseren wilden Jubelsturm arg in Schwierigkeiten versetzt.

Für mich ist, vielleicht erst seitdem, Radio hauptsächlich mit Emotion verbunden. Das Geschehen so zu beschreiben, dass der Hörer gefesselt von den Worten ist und im Grunde alles stehen und liegen lässt nur um dem Beitrag zu lauschen. Das macht für mich die Faszination Radio aus. Das oben geschilderte ist nicht nur mein liebster Radiomoment, sondern gleichzeitig auch einer der schönsten Momente, die ich in meiner langen Karriere als Werder- Ach was… Fußball-Fan hatte.

Maximilian Kamp

KROSSE.fm … läuft

Bald gibt’s was auf die Ohren. Das Radio vom Bremer Campus setzt zum Endspurt an. Mit jungen und innovativen Ideen soll ein interaktives Programm die Unilandschaft bereichern. KROSSE.fm stellt sich vor..
Schon zur frühen Morgenstunde begegnet man ihnen: Schlaftrunkene Studierende bahnen sich ihren Weg durch die Glashalle, erklimmen die Treppenstufen bis hoch zum Boulevard. Als treuer Begleiter immer mit dabei – ein Paar mehr oder weniger modisch anmutende Kopfhörer. Ein stets personalisiertes Klangerlebnis begleitet die Studierenden durch den Tag, weit entfernt von einem gemeinsamen Hörerlebnis. In dieser Hinsicht ist unser Campus eine kulturelle Wüste und genau diese akustische Dürreperiode wollen wir, das Team von KROSSE.fm, beenden.

Mit KROSSE.fm wird es demnächst Radio vom Bremer Campus geben – und zwar nicht in greller kommerzieller Radiomanier.
Wir sind neugierig darauf Radio anders zu machen und wollen innovative Hörerlebnisse abseits des streng formatierten Radios bieten. KROSSE.fm – das ist eine kleine aber feine Redaktion, bestehend aus radiointeressierten Studierenden, die zurzeit an der Entwicklung des zukünftigen Radioprogramms arbeitet. Mit kreativen und zeitgemäßen Themen wenden wir uns an euch, ein junges Publikum mit Lust auf ein Programm der etwas anderen Art. Uns beschäftigt das lokale Geschehen, wie etwa der aktuelle Konzertkalender, Diskussionen und Bewegungen auf dem Campus sowie Neues aus der Welt der Popkultur. Ob Reviews zu Theater, Film und Literatur oder ein uni-interner Science Slam – uns schwebt ein abwechslungsreiches Programm vor, mit dem Blick für das Außergewöhnliche. Auch musikalisch distanzieren wir uns von den üblichen Verdächtigen, standardisierten Playlists sowie der Heavy Rotation und bedienen uns der unterschiedlichsten Genres im Pool der nicht-kommerziellen Musik.

Wir sind KROSSE.fm. Ihr seid KROSSE.fm. Interaktivität und Crossmedialität sind uns wichtig, daher wollen wir auch auf eure Meinung nicht verzichten. Auf der KROSSE.fm Facebook-Seite sowie auf unserem Blog habt ihr die Möglichkeit aktiv das Programm mitzugestalten, eure Ideen und Anregungen mit einzubringen. Hier bleibt ihr außerdem auf dem Laufenden, werdet mit Zusatzinformationen versorgt und könnt euch schon jetzt einen Eindruck von unserem zukünftigen KROSSE.fm-Klang verschaffen. Natürlich freuen wir uns auch immer auf neue radiobegeisterte Studierende, die frischen Wind in unsere Redaktion bringen wollen. Wir fiebern schon jetzt dem Startschuss unseres Programms entgegen.

Wann es losgeht und wo wir künftig zu finden sind erfahrt ihr rechtzeitig über Facebook und den Blog.

Bis dahin – KROSSE.fm … läuft bald auch bei dir.