6. Sendung – Bremen: Die Stadt und die Uni

In dieser Ausgabe von KROSSE.FM:

Neuland Bremen – Wie ist es, wenn man von weiter außerhalb nach Bremen zieht? Totaler Kulturschock oder ein warmes Willkommen? Ein Einblick in den Charakter der Stadt durch die Augen eines Neulings.

Cookasa – Obacht, ihr Start-Up-Interessierten! Wir hatten André Wollin zu Gast und haben mit ihm über das von ihm mitgegründete Start-Up-Projekt Cookasa und die Herausforderungen des Eigenunternehmens geredet.

Umfrage – Was bedeuten die Stadt Bremen und die Universität eigentlich den Studierenden? Wir haben uns umgehört und ein paar Stimmen vom Campus zusammengesammelt.

Das GW2 – Umrahmt wird das Programm von zwei Beiträgen zum GW2-Gebäude im Zentrum des Campus. Zunächst erfahrt ihr, wie man sich dort am einfachsten und effizientesten verlaufen kann, und später erzählen wir euch von der Geschichte und der Architektur des Gebäudes.

 

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Mein Radiomoment – Mit dem Radio durch die Jugend

Meine Radio-Geschichte erzählt von verschiedenen Lebensetappen, in denen ich auf ganz unterschiedliche Weise Radio genutzt habe.

Wenn ich an meinen ersten Kontakt mit dem Radio zurückdenke, sehe ich das Kinderzimmer meiner Schwester vor mir. Sie hatte damals einen relativ großen CD-Player mit zwei Boxen, mit dem man CDs, Kassetten und natürlich auch Radio hören konnte. Und da damals der Gebrauch von Kassetten noch Gang und Gäbe war, saß ich häufig auf dem Boden vor dem Gerät, hielt eine unbespielte Kassette in der Hand und wartete sehnsüchtig darauf, dass mein Lieblingslied im Radio gespielt wurde. Sobald DAS Lied kam, musste es schnell gehen: Rein mit der Kassette und auf den Aufnahme-Knopf drücken. Die Kassette war schnell auf beiden Seiten mit Radio-Hits bespielt und meine Schwester und ich lauschten stolz unserer eigenen Musikkreation.

Als Teenie hörte ich natürlich nur den „coolen“ Sender ENERGY, der die aktuellen Charts rauf und runter spielte und den alle meine Freundinnen hörten. Die Musikgenres Pop, Hip-Hop und R’n’B waren damals voll mein Ding, denn dazu konnte man sich am besten Tanzchoreografien überlegen. Oder man sang die Lieder lautstark im Auto mit – die Texte waren nämlich nicht besonders kompliziert.

Als ich dann ein bisschen „älter“ wurde – so zur Abi-Zeit – war für mich das Radio die erste Informationsquelle am Tag. Nach dem Aufstehen, Zähneputzen und Anziehen lief ich runter in die Küche, um zu frühstücken. Das Radio lief dann meist schon, da mein früh aufstehender Vater es vorher eingeschaltet hatte. Die Nachrichten, Interviews oder Reportagen von Deutschlandfunk oder NDR-Kultur waren meine Wachmacher und interessante Begleiter meines Frühstücks.

Irgendwann wurde es dann ernst und ich musste mich für den offiziellen Englisch-Test namens TOEFL vorbereiten, den ich für mein Studium brauchte. Und wie trainiert man – neben Gesprächen mit einem Muttersprachler natürlich – am besten das Hörverständnis einer Fremdsprache? Ich surfte im Internet und fand in der Radio-Mediathek der BBC-Sender viele spannende Podcast-Sendungen, die mir nicht nur beim Englisch-Lernen halfen, sondern auch interessante Inhalte vermittelten.

Und heute? Nun ja, es ist traurig, aber wahr: Mein Radio ist derzeit nicht in Betrieb. In der Küche überlege ich schon seit Monaten ein Brett anzubringen, auf dem das Radio ideal Platz finden würde. Es könnte mich dann beim Kochen musikalisch unterstützen oder für neue Erkenntnisse sorgen.

Vielleicht sollte ich bald mal in den Baumarkt gehen, mir ein Brett kaufen und die Bohrmaschine rausholen. Vielleicht mache ich das bald mal. Vielleicht.

-Marie-Claire

5. Sendung – Musiksendung

Für diese Ausgabe wartet jedes der KROSSE.FM-Mitglieder mit einem besonderen Song auf: Songs mit besonderer Bedeutung, voller Erinnerungen oder einfach nur gut anzuhören.

Darüber hinaus erfahren wir etwas über das Indie-Musik-Netzwerk Songs & Whispers, das nicht nur in Bremen, sondern in ganz Europa Künstler promotet und ihnen eine Plattform für Konzerte bietet.

Zu guter Letzt haben wir für euch mit Erinç, dem Drummer des Doom-Metal/Punk-Duos Mantar, einen besonderen Gast in der Sendung. Eben jener hat unserer Redaktion einen Besuch abgestattet und mit uns über seine Band, ihre Einflüsse und harte Musik im allgemeinen geplaudert.

Und jetzt genug der Worte, viel Spaß beim Hören wünscht euch das KROSSE.FM-Team!

5. Sendung

 

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Mein Radiomoment – Radio in Reih und Glied

Ich bin eigentlich kein großer Radiohörer mehr. Klar, damals, noch vor Zeiten von Spotify, Deezer und co. und noch bevor ich das nötige Taschengeld hatte um mir selber CDs zu kaufen war Radio voll mein Ding, aber halt auch nur, weil ich sonst kaum Zugang zu Musik hatte. Bis heute hat sich das Ganze aber doch drastisch geändert, eben durch Streaming-Dienste und eine langsam aber sicher wachsende Musiksammlung. Schon lange steht gar kein Radio als solches mehr in meiner Wohnung und wirklich vermisst habe ich das Ding bis Dato nicht.

Neulich erst habe ich aber meinen Führerschein gemacht und habe mich bei meinen ersten Spritztouren in Ermangelung eines AUX- oder USB-Anschlusses in der Familiengurke meiner Eltern auf den ollen Kurzwellenempfänger verlassen müssen. Sechs Sender waren eingespeichert, überwiegend die größten und prominentesten in unserer Region, drei Mal habe ich alle durchgeschalten und auf allen liefen gefühlt dieselben drei Songs. Selbst Radio21, was sich vor Jahren noch als reiner Classic-Rock-Sender von der Menge zumindest etwas abhob, ist inzwischen der Pop-Rock-Gentrifizierung der Radiolandschaft zum Opfer gefallen. Anderswo gibt es mit Sicherheit noch Sender, die sich gegen diesen Trend auflehnen, etwas Mut zur „Hässlichkeit“ zeigen und sich auf bestimmte Genres einschießen und das ist gut so. Aber in meiner Heimatregion befürchte ich mehr und mehr, dass Musikvielfalt im Radio über das Stadium des Todesröchelns hinaus ist und endgültig versagt.

Dabei kann es auch ganz anders gehen, das zeigt sich schon beispielsweise bei England. Allein in den gefühlten 20 BBC-Sendern gibt es schon mehr Vielfalt als in der gesamten deutschen Radiolandschaft. Na gut, BBC ist auch das eine große Medienimperium, das bei den britischen Insulanern nahezu alles im Griff hat, aber das ist gerade gar nicht der Punkt. Wenn man bei Wikipedia die Liste der Deutschen Radiosender durchgeht (Ja, die gibt es wirklich) trifft man am häufigsten auf die Sparten „Pop/Rockwelle“, „Jugendprogramm“ und „Schlager/Oldiewelle“. Und Jugendprogramm und Popwelle lassen sich schon fast synonym verwenden, wir sprechen also von etwa 3,5 verschiedenen vorherrschenden Programmsparten. Wo sind die Indie- oder die Metal-Sender? Was ist mit Techno/EDM? Verdammt, ich hör nicht einmal viel Hip-Hop, aber wo sind die Hip-Hop-Sender? Hat man solche Angst, eine einzelne Zielgruppe vernünftig zu bedienen, dass man stattdessen einfach…. gar keine bedient? Man müsste ja nicht einmal auf Nachrichten oder Morningshows und dergleichen verzichten, Hauptsache ist doch, dass einmal musikalische Lücken gefüllt werden. Vor allem bietet sich doch damit eine Plattform, vorher von einem Genre unbefleckten Hörern die Möglichkeit zu geben, Musik abseits des alltäglichen Easy-Listening-Klumpatsch á la „DAS BESTE AUS 80ERN, 90ERN UND VON HEUTE“ kennen zu lernen. Vielleicht entdeckt man ja sogar ein neues Genre für sich.

Weißt du Radio, ich bin ja nicht einmal sauer auf dich. Ich bin einfach enttäuscht. Und ich weiß, ich bin nur ein dummer, kleiner Student, der noch keine Ahnung von der großen Rundfunk-Maschinerie hat. Und mit Sicherheit gibt es so einige Faktoren, die das Entstehen einer größeren Senderlandschaft verhindern. Aber ich möchte dich ja wohl gerne anhören, liebes Radio, zumindest solange ich keine andere Möglichkeit des Musikkonsums verfügbar habe. So langweilig und einheitlich wie du allerdings momentan bist, bin ich es müßig, ständig durch meine sechs Sender zu schalten.

-Joost