Mein Radiomoment: (K)ein Liebesbrief

Liebes Radio,

ich weiß noch genau, wie wir uns kennengelernt haben, als ich noch ganz klein war und dir morgens das erste Mal zuhörte.
Unsere Beziehung hat sich über die Jahre immer weiter vertieft und du warst immer für mich da.
Morgens hast du mich immer liebevoll geweckt und mir die Motivation für den Tag gegeben.
Im Auto warst du mein stetiger Begleiter, der mir selbst den längsten Stau versüßt hat.
Auch auf der Arbeit konnte ich auf dich zählen, wenn ich langweilige Stunden zu einer kleinen Party machen konnte.
Du hast meinen Alltag immer begleitet, doch seit einigen Monaten hat sich alles verändert.
Mein Gefühl ist nicht mehr das gleiche und ich fühle mich schlecht dabei, dich täglich zu hintergehen. Und doch besuche ich zum Musik hören lieber Streamingseiten und auch Fußball gucke ich jetzt eher im Fernsehen.
Doch nun sitze ich hier und vermisse unsere gemeinsamen Stunden.
Auch wenn ich mich mal über deine selten abwechslungsreiche Musikauswahl und Comedy beschwert habe, so fehlen mir doch auch diese Dinge.
Ich weiß nicht, ob uns eine Paartherapie noch helfen würde, ansonsten hoffe ich, dass wir als Freunde weitermachen können.

Denn ganz ohne dich kann ich dann doch nicht…

In Liebe,
Deine Ina

8. Sendung – Digitaler Alltag

Mit beiden Beinen im digitalen Alltag zu stehen und dabei die Balance zu halten, ist gar nicht so einfach. Das KROSSE.FM-Team beleuchtet facettenreich und unterhaltsam das Leben im und mit dem Internet: Bei uns im Studio war die YouTuberin Gar Nichz zu Gast, wir haben eine digitale Auszeit genommen und für euch Apps getestet.

Wie immer bei KROSSE.FM ist das Ganze garniert mit der passenden Musik! Natürlich digital…

Zur Tracklist

7. Sendung – Wohnen in Bremen

Das Studentenleben besteht nicht nur aus dem harten Unialltag. Alle brauchen ihren Rückzugsraum – ein Zuhause.

Das KROSSE.FM-Team hat sich in den Stadtteilen Findorff, Neustadt und Walle umgehört. Wie es sich dort lebt, erfahrt ihr in dieser Sendung.

Egal, ob ihr schon wohnt oder noch sucht – KROSSE.FM stößt eine Tür zum WG-Leben auf: Casting, Erfahrungen und kleine Geschichten aus dem Alltag von Wohngemeinschaften.

Die dazu passende Musik kommt aus Bremen und umzu.

Zur Tracklist

Mein Radiomoment: Morgens ist die Welt noch in Ordnung

Es ist morgens 06:15 Uhr –  alles ist noch dicht in Nebel verhüllt. Der erste Sonnenstrahl fällt fahl auf den Morgentau und: Ruhe, absolute Ruhe. Allein der Lerche Morgensang ist zu vernehmen.
Doch mit dieser verträumten Stimmung ist schnell Schluss. Der Wecker klingelt. Ich gehe ins Bad. Verschlafen sucht meine Hand den Schalter meines Radios und da dröhnt es mir entgegen:
„Eure Morningshow mit eurem M-M-M-Morgenheini vom Dienst! Was sind wir nicht putzfidel! Hahaha! Und hier die Verkehrsmeldungen.“
Diese übertriebene Fröhlichkeit, welche die Moderatoren ausstrahlen, sodass manch Geigerzähler Burnout bekommt. Gepaart mit diesen ekligen Muntermachersongs wie: Walking on Sunshine oder Pharrell Williams‘ Happy, die man mit Pech noch stundenlang im Ohr mit sich herumschleppt.
Der frühe Vogel da im Radio, der kann mich mal!

Versteht mich nicht falsch! Ich hör sehr gerne Radio am Morgen. Es ist sehr schön, mit ein wenig Musik wach zu werden, vielleicht sogar unter der Dusche dann schon mitzusingen. Es ist grandios, auf dem Klo schon einmal mitzubekommen, was so in der Welt abgeht. Und es ist toll, beim Zähneputzen  mit Hilfe des ein oder anderen Spruchs oder einer Info über die Trauer des soeben geraubten Schlafes hinweg zukommen.  Aber hey! Ich trauere noch! Einem, der trauert, haut man doch nicht im Sekundentakt schlechte Witze an den Hals!?
Und eines soll gesagt sein: Der deutsche Radiohumor ist manchmal echt zum Kotzen! Stefan Raab würde sich im Grabe umdrehen. Und so früh am Morgen kommen die schlechten Gags nicht gerade besser an, wenn man sich zu der Zeit mit der Tristesse des morgendlichen Daseins beschäftigen muss.

Wieso gibt es nicht mal eine Morningshow, die einen dort abholt, wo man sich gerade mental befindet? Eine Show, in der der Moderator nicht schon eine halbe Kanne Kaffee hinter sich hat und hibbelig ins Mikro krakeelt, sondern mit ruhiger gelassener Stimme zu mir spricht: “Guten Morgen, ich weiß, es ist zu früh, aber irgendwie stehen wir das hier schon durch! Und hier das Wetter.“

– Wilke Könken