Mein Radiomoment – Radio als mein ständiger Beifahrer

Mein Radiomoment – Radio als mein ständiger Beifahrer

Radio einschalten, Fenster runter und lauthals mitsingen – das bringt mir gute Stimmung und muss beim Autofahren sein. Zuhause höre ich auch Radio, aber im Auto hat es eine besondere Wirkung auf mich. Das Radio ist mein Beifahrer. Hierbei empfinde ich Leichtigkeit, gute Unterhaltung und fühle mich nicht alleine. Der Moderator erzählt mir, was es Neues in meiner Region gibt, erzählt mir die wichtigsten Neuigkeiten aus der Welt und heitert meine Stimmung mit seiner lockeren Art auf. Schon entsteht das Gefühl unterhalten zu werden. Radio ist aber nicht nur reine Unterhaltung, sondern auch ein wichtiges Instrument im Alltag, um Informationen und Wissenswertes zu verbreiten. Was das Radiohören so besonders für mich macht, ist, dass man eine bunte Mischung an Hits erwarten kann. Ähnlich wie eine prall und bunt gefüllte Tüte voller Bonbons. Eine Überraschung nach der nächsten, worauf man sich freuen kann. Ich liebe die Bandbreite von Musik im Radio – wenn ich durch die Radiosender zappe, weiß ich genau, dass mich nicht nur brandaktuelle Hits, sondern auch Klassiker erwarten, zu denen ich mitgrölen kann. Auch wenn mich die Autofahrer anstarren und für verrückt erklären.
Manchmal gibt es aber auch Tage, an denen ich mich einfach nur beschallen lassen möchte und mir nicht nach Gesang während der Fahrt ist. Wenn ich nicht gut gelaunt bin, mich der eine oder andere Song mit seinem tiefgründigen Text zu sehr berühren könnte, dann höre ich nur halbherzig hin oder schalte das Radio erst gar nicht an.
Spaßiger ist Radiohören allerdings mit meinen Lieblingsmenschen, meinen Freunden: genauso verrückt nach schiefem Gesang und starken Bässen wie ich. Also verwandelt sich die eine oder andere Autofahrt zu einem wahren Partymarathon, ein Hit jagt den nächsten, ein schriller Refrain kommt nach dem anderen. Radio verbindet Menschen und schafft ein starkes Gemeinschaftsgefühl, wenn man es zusammen genießt.

Nilay

Mein Radiomoment – Samstagnachmittag. Bundesligazeit. Radiokonferenzzeit.

Ein Samstagnachmittag irgendwo in Deutschland. Bundesligazeit. Radiokonferenzzeit.

Während tausende andere Menschen in den Stadien der Republik in den Fankurven stehen, sitze ich zu Hause vor dem Radio. Wie viele Stunden habe ich schon den Stimmen von „Manni“ Breuckmann, Günther Koch und Sabine Töpperwien gelauscht? Vor allem als es noch keine Smartphones gab (beziehungsweise ich noch keines hatte), war der Samstagnachmittag fest für’s Radio reserviert.

Zusammen mit Freunden habe ich viele Stunden nur vor einem Radio verbracht, die Zwischenergebnisse und die Livetabelle notiert und gehofft, dass der eigene Verein gewinnt. Obwohl man nicht im Stadion ist oder das Spiel im Fernsehen verfolgt, schaffen es die Reporter und Reporterinnen einem den Eindruck zu vermitteln, live dabei zu sein. Tore, Elfmeter, Platzverweise und Fouls – irgendwie sind wir dabei – nur durch die Stimmen der Reporterinnen und Reporter. Vor dem eigenen Auge malt man sich die Szenen aus und ist bei der abendlichen Sportschau dann manchmal doch überrascht, wie nahe die eigenen Vorstellungen an den Originalszenen sind.

Zum Radiohören gehört also auch Kreativität und Vorstellungskraft: Wie ist die Ecke in den Strafraum gesegelt? Wie wurde der Stürmer vom Verteidiger gefoult? Wie hat dieser reagiert als der anstürmende Schiedsrichter ihm die rote Karte zeigte? Wie hat der Stürmer sich den Ball zum Elfmeter hingelegt? Wie hat er nach seinem Tor gejubelt? Das alles können uns die Reporterinnen und Reporter erzählen, aber bildlich vorstellen muss ich es sich am Ende jeder selber.

Bei Krosse.FM sitze ich jetzt auf der anderen Seite: Zwar senden wir nicht aus dem Weserstadion oder vom Millerntor, aber auch wir müssen dafür sorgen, dass wir unseren Zuhörerinnen und Zuhörern die nötigen Infos liefern, sodass ihre Kreativität und Vorstellungskraft angeregt wird. Trotzdem muss genug Raum bleiben, dass jede und jeder unterschiedliche, eigene Ideen entwickeln kann.

Die Stunden, die ich samstags vor dem Radio verbringe, sind weniger geworden. Das Smartphone mit diversen Tickerapps ist daran bestimmt nicht unschuldig. Wehmütig denke ich manchmal daran zurück und freue mich dann doch immer wieder, wenn ich es mal wieder schaffe, um 15:30 Uhr den Stimmen aus sechs verschiedenen Stadien der Fußballrepublik zu lauschen und ich meiner Kreativität und Vorstellungskraft freien Lauf lassen kann…

Lukas

Mein Radiomoment – Radio machen ist wie kochen

Viel Arbeit hinter dem iMac um etwas Tolles zu zaubern.

Radio machen ist ein wenig wie kochen. Man braucht gute Zutaten, um etwas Tolles zu zaubern. Ein paar Moderationen, die richtige Musik, die passenden Beiträge und dann alles klein schnippeln, um daraus hinterher ein großes Ganzes entstehen zu lassen. Genau da sind wir gerade bei.

Die Musik ist bereits ausgewählt, die Moderationen geschrieben und die Beiträge erfasst. Jetzt geht es ans Eingemachte: das Schneiden. In den fensterlosen, kleinen, stickigen Schnitträumen des GW2 verbringen wir einige Stunden am Rechner und vergessen dabei die Zeit. Klingt erstmal schrecklich, ist es aber nicht. Es macht Spaß. Ein bisschen Apfel+T, ein bisschen Apfel+J, Backspace und immer wieder die Leertaste um alles abzuspielen. Aber vor allem lachen wir und befassen uns intensiv mit dem Thema Schnitt.

Es ist schon ziemlich cool, wenn man den Interviewpartner, der sich häufig verhaspelt, mittels ein paar Schnitten, zu einem anständigen Satzbau verhelfen kann. Es ist ein bisschen verrückt, die zuvor aufgenommenen Geräusche mit in ein Interview einzubauen. Aber vor allem ist es ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass aus den eigenen Ideen, den vielen Stunden Arbeit und der eigenen Stimme etwas Brauchbares wird, etwas, was sich auch andere Menschen anhören.

Das Team von Krosse.FM sitzt in diesen Tagen für euch in den fensterlosen, kleinen, stickigen Räumen mit rauchenden Köpfen damit es bald wieder heißt: Krosse.FM… läuft! Und das zum zweiten Mal!

Annika

Mein Radiomoment – eine Hassliebe zum Radio

Der Wecker klingelt, ich stehe auf und mache das Radio an. Als ich die aufgedrehten Moderatorenstimmen höre, frage ich mich wie so oft, warum ich mir das antue. Ich ärgere mich darüber, dass die Wetterfee – ein Ausdruck, der mich ebenfalls zur Weißglut treibt- mir erzählt, dass sie heute einen Pferdeschwanz trägt. Diese Information habe ich nun wirklich nicht gebraucht!

Während ich beim Frühstück sitze, rege ich mich darüber auf, dass wie immer dieselbe Musik gespielt wird. Bei einigen Radiosendern kann ich drei Lieder vorhersagen, von denen eines mit großer Wahrscheinlichkeit in der nächsten Viertelstunde gespielt wird.

Nun ertönt das Intro der täglichen Radio-Comedy und ich hechte zum Ausschalter oder wechsele den Sender. Nichts hasse ich mehr als Radio-Comedy. Meistens kann ich ihr morgens noch entfliehen, doch leider wird sie wie auch die ewig gleiche Musik nachmittags oft wiederholt.

Doch warum höre ich trotzdem noch Radio, wenn ich mich schon über eine Morning Show so sehr aufrege?

Ich höre Radio, weil ich durch das häufige Ausprobieren neuer Sender, insbesondere über Internetstreams, immer wieder Sendungen entdecke, die ich gerne höre. Wer ein wenig stöbert, findet Sendungen, in denen bestimmte Musikgenres gespielt werden oder Bands das Studio übernehmen. Wenn ich Sendungen wie „Wolf Alice in Session“ auf BBC Radio1 oder „King Kong Kicks“ auf Delta Radio höre, dann vergesse ich all meinen Ärger über das Radio.

Nachrichten, Musik und gute Moderationen, mehr brauche ich für den vollen Radiogenuss nicht.

Vanessa

Mein Radiomoment – Mit Tonlagen Bilder malen

Vielleicht war es nicht unbedingt Radio an sich, was mich in jüngsten Jahren in seinen Bann zog. Eher die auditive Qualität; mit Worten, Klängen und Tonlagen Bilder zu malen, die Zuhörenden eintauchen zu lassen in eine Welt aus Geräuschen.

Auf einem uralten Kassettenrecorder mit Aufnahmetaste begann die Geschichte. Mein Bruder und ich plünderten die Instrumentenkiste, sangen, komponierten, erzählten Geschichten, trommelten mit Hausschuhen auf den Rekorder um den wilden Pferdegalopp nachzuahmen und moderierten unsere Taten. Unser imaginäres Publikum lauschte kreativen Ergüssen. Aus unserem Zimmer sprachen wir zu der ganzen Welt. Später kamen tatsächlich auch Expertenrunden dazu mit zahlreichen Gästen, denen wir alle unsere Stimmen liehen. Kaum ein Thema wurde nicht in unserer Talkshow behandelt. Mit aller Leichtigkeit philosophierten wir als Moderatoren über das Leben.

Es folgte ein Schulpraktikum bei Radioeins. Ein Traum wird wahr? Ich recherchierte für Beiträge, betreute Gäste, stand bei Live-Sendungen mit offenem Mund im Studio und doch immer nur hinter den Kulissen.

Jahre später entdecke ich an der Uni Bremen KROSSE.fm – Campusradio. Ich male mir aus, wie ich eine eigene Sendung habe. Vielleicht immer am Mittwochabend? Von Studierenden für Studierende. Eine Sendung über unentdeckte Plätze Bremens vielleicht? Worte über Lieblingsorte?

Doch ganz so weit ist es noch nicht, Krosse.fm erblickte erst dieses Jahr das Licht der Welt und die Pilotsendung muss von uns erst liebevoll zusammengesetzt werden. Wir können dem ersten Campusradio Bremens ein Gesicht geben, einen Charakter und eine Stimme. So finde ich mich hinter dem Mikrofon wieder, soll mal eine Anmoderation improvisieren. Mir pocht das Herz bis zum Halse, ich lese angespannt eine Zeile vor, Leere im Kopf. Alle kindliche Leichtigkeit verschwunden. Ist Radiomoderation wirklich der Traum? Mein Traum?

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Mein Radiomoment – Gibt es den eigentlich?

Mein Radiomoment. Gibt es den eigentlich? Ich würde fast zu einem „Nein“ tendieren. Leider habe ich noch nie eine Kreuzfahrt im Radio gewonnen, mir wurde auch über’s Radio noch kein Heiratsantrag gemacht oder ähnlich spektakuläre Dinge.

Und dennoch bin ich großer Radio Fan. Das konnte ich erst neulich wieder feststellen, als ich aus meiner alten Wohnung auszog und hier nach Bremen kam. Sage und schreibe 3 (!!!) Radios habe ich ein- und wieder ausgepackt. Und das nicht, weil ich Radios so hübsch finde, sondern weil sie einfach nötig waren. Eins in meinem Zimmer, eins in der Küche, eins im Bad. Deshalb gibt es auch nicht DEN Radiomoment für mich, aber viele kleine Momentchen. Wenn ich unter der Dusche stehe und laut irgendeinen Evergreen mitsinge. Oder ich in der Küche sitze und mich übers Wetter ärgere, während der Moderator genau dasselbe tut. Oder wenn ich in meinem Zimmer vor dem PC hänge und mit der überfälligen Hausarbeit einfach nicht weiter komme, und mit Alanis Morissette lauthals „Ironic“ anstimme.

Klar, auch ich hab einen etwas definierteren Musikgeschmack als die Top 40 und das „beste aus den 80ern, 90ern und von heute“. Aber ab und an finde ich es schön, mich berieseln zu lassen. Keine Playlist zu erstellen, keinen PC hochzufahren. Einfach das Radio anzumachen. Mit einem einzigen Knopfdruck. Ist doch nett, wenn andere sich mal Gedanken machen.

Und statt sich immer nur darüber zu beschweren, dass im Radio oft das gleiche läuft, kann man sich doch auch mal FREUEN, dass dem so ist. Ein Stück weit sind Katy Perry, Sting oder Nena Heimat. Und egal wo ich gerade das Radio aufdrehe, damit bin ich ein Stück weit Zuhause.

Felisa

Mein Radiomoment – Warum ich (eigentlich) kein Radio höre

Radio: Diese unliebsame Begleiterscheinung, wenn man beim Autofahren seine CD-Tasche vergessen hat. Oder die Speicherkarte nicht lesbar ist. Oder sich die Multimediaeinheit aus unerfindlichen Gründen mal nicht mit dem Bluetooth-Modul des Smartphones koppeln lässt.

Was bedeutet denn Radio anno 2014? Wir genießen die Freiheit, unser musikalisches Programm so individuell wie nur denkbar zu gestalten – Mittel und Wege gibt es ja viele. Via Spotify können wir auf unsere Musik inzwischen auch von unterwegs aus zugreifen, iTunes Match ermöglicht uns, die eigene Library in der Hosentasche herumzutragen und abzurufen. Wir erstellen uns Playlisten, favorisieren Youtubevideos und liken Clips bei Facebook – ganz nach dem eigenen Geschmack! Was also kann uns das Radio bieten?

Auf den gängigen Frequenzen bekommen wir den gefühlt immer gleichen Retortenkitsch der aktuellen Saison präsentiert, dazu das „Beste“, sprich Totgenudeltste der 80er und 90er. Risiko? Fehlanzeige! Spannung: gleich Null. Ganz ehrlich, wenn ich mal gezwungen bin, über längere Zeit Bremen 4, NRJ und Konsorten zu hören, werde ich über kurz oder lang aggressiv. Für wen wird denn dieses Programm zusammengestellt? Wer ist diese graue Masse, die sich daran erfreut, den aktuellen Sommerhit 3x am Tag, 30x die Woche vorgesetzt zu bekommen? Selbst, wenn man einen Song ursprünglich mal mochte, so verliert er an Bedeutung, wenn man ihn in solch übertrieben stetiger Frequenz zu hören kriegt, dass man ihn nach dem 4. Mal auswendig mitsingen, und nach dem 40. Mal dazu im Takt reihern kann!

Aber Radio könnte auch anders! Es besitzt das Potenzial, seine Hörerschaft zu überraschen, in den alltäglichsten Situationen zu begleiten und mit einem Programm zu versorgen, das emotional begeistert, belebt oder berührt. Wenn wir dem Radio Einlass in unsere Wohnzimmer oder Autocockpits gewähren; wenn wir ihm erlauben, bei uns zu sein, wenn wir uns auf längere Fahrten begeben, im Büro schwitzen oder zuhause Lust auf laute Musik haben, dann sollte sich Radio erkenntlich zeigen und das nicht, indem es uns mit abgekochter Fertigsuppe abfüllt, sondern uns mit feinster Gourmetkost verwöhnt. Eine Melange aus Bekanntem und Beliebtem, nicht bloß kommerziell Erfolgreichem und mehrfach Durchgekautem.

Wenn der Sender Augen und Ohren offen gehalten hat, um seinen Hörern Neues und Spannendes aus der globalen Musikszene aufzutischen; wenn dabei ein toller Mix aus Neuem und Großartigem entsteht und er uns vielleicht sogar mit dem nächsten großen Lieblingslied beschenkt; wenn das Radio uns nicht bloß als Konsumenten versteht, sondern als intelligenten Hörer wertzuschätzen weiss, dann werden wir diese Wertschätzung erwidern, dann werden wir ihm seinen Mut danken und dranbleiben! Und dann kann Radio wieder Spaß machen, auch im Jahr 2014!

Marian Rossol

Unser Radiomoment – Das erste Mal im Studio

Der eine oder andere von uns hat bereits Radio-Erfahrung gesammelt, doch nun besichtigten wir, das Team von KROSSE.fm, zum ersten Mal das Tonstudio und den Schnittraum der Uni Bremen im GW2. Wir hoffen euch am Ende des Semesters unsere erste Radiosendung präsentieren zu können.

Mein Radiomoment – Genau hinhören

Eigentlich läuft das Radio bei mir rund um die Uhr. Ich schalte es beim Aufstehen ein und erst vorm Schlafengehen wieder aus. Es läuft und läuft und läuft, doch eigentlich habe ich nie wirklich zugehört. Ich war vermutlich der Radiohörer, den sich jeder Radiomacher wünscht. Arglos, unbedarft, leichtgläubig. Der ultimative Quotenbringer.

Doch irgendwann habe ich meine Hände von den Ohren genommen und tatsächlich gehört, was mich da tagtäglich beschallte. Nervige Beiträge, die vor geschwollenem „Humor“ nahezu platzten, Moderatoren, die laufend meinen mir erzählen zu müssen was meinen Tag lebenswert macht und mich zu einem angesagten Teil der Stadt. Zwischendurch noch ein bisschen immer gleiche Werbung und das Wetter vor dem Fenster. Ach ja, und natürlich sollte ich auch unbedingt sofort anrufen, um Tickets für das ultimative Event am Wochenende zu gewinnen, bei dem man einfach dabei sein muss.
Sie schaffen es sogar, dass ich anfange von meinem Lieblingslied genervt zu sein. 150 Songs, die in einer Endlosschleife laufen. Tagein, tagaus. Nur unterbrochen von der gebetsmühlenartig wiederholten Kennung des Senders, der einzige Hinweis darauf, dass ich nicht einen der anderen super jungen Sender höre.

Höhepunkte? Überraschungen? Abwechslung? Fehlanzeige. Das Radio plätschert vor sich hin, darf nicht auffallen oder gar irritieren. Was Neues zu bringen ist ein Risiko und das wird nicht gerne eingegangen. Schade. Denn unbekannte und neue Lieder und Trends können sie für die iPod-Generation interessant machen. Wer sollte das Radio anschalten, um die immer gleichen 150 Songs zu hören, wenn er doch Tausende selbst jederzeit zur Verfügung hat?

Ich bin noch immer Radiohörer und werde es wohl auch bleiben. Nicht wegen den Liedern oder Beiträgen. Es ist vielmehr ein Lebensgefühl … aber den Sender habe ich gewechselt.

Lisa

Mein Radiomoment – Immer mitten im Leben

Es ist nicht dieser eine, große Radiomoment – nein, es sind die unzähligen kleinen akustischen Momente, die Radio so einzigartig machen, die direkt in unser emotionales Ich treffen: der persönliche Song, die auf den Punkt gebrachte Moderation, der schöne musikalische Übergang, die treffende Pointe…

Als langjähriger Radiomacher habe ich zahlreiche Momente des kleinen Radio-Glücks erleben können. Wie schön es sich etwa anfühlt, eine Live-Sendung inspiriert on air gebracht zu haben.

Meine emotional sicherlich bewegendsten Radio-Momente können unterschiedlicher nicht sein: der Tag der Geburt meines Sohnes und der Tag von 9/11. Ersterer brachte mit sich, dass ich das bisher einzige Mal zu spät zum Dienst kam, unendlich euphorisiert und dann das freudige Ereignis live während der „Hafenkonzert“-Übertragung verkündend. So haben meine Eltern aus dem Radio erfahren, dass sie Großeltern geworden waren…

Letzterer hat 2 meiner Kollegen und mich emotional total gefordert, da wir das gesamte Musikprogramm der auf den 09.11.2001 folgenden Tage in einer nicht enden wollenden Session musikalisch umgestaltet haben. Seit diesem Tag kann ich beispielsweise Eva Cassidys wunderbare Version von “Over The Rainbow“ nicht mehr unbefangen anhören.

Für mich ist und bleibt Radio unmittelbarer Spiegel des Lebens.

Dr. Christian Höltge, Radiomacher seit 1986