Mein Radiomoment: Ein Star zum Anfassen

Die Frage, wie manche Stars im echten Leben drauf sind, haben sich wohl einige Leute bereits gestellt. Während meines 3-monatigen Praktikums bei einem Radiosender in Berlin durfte ich zu meinem Glück einige bekanntere und unbekanntere Stars kennenlernen und habe dabei so meine positiven und negativen Erfahrungen machen dürfen.

In diesem Beitrag möchte ich euch von meiner Erfahrung mit einem der großen Weltstars erzählen. Und zwar mit – Trommelwirbel – Ed Sheeran! Der britische Singer-Songwriter gehört wohl mit zu den beliebtesten Künstlern momentan und mit geschätzten 184,6 Millionen verkauften Tonträgern auch zu den erfolgreichsten. Mein Praktikum habe ich von Januar bis März 2017 absolviert und bin somit glücklicherweise genau in den Veröffentlichungszeitraum seines aktuellen Albums „Divide“ geraten. Nachdem seine ersten beiden Singles “Shape Of You“ und “Castle On The Hill“ veröffentlicht wurden, machten bereits erste Gerüchte die Runde, er könnte dem Sender aus Promozwecken einen Besuch abstatten. Als ich das erste Mal davon Wind bekam, war ich zunächst nicht überzeugt. Ich wusste zwar, dass der Sender in der Vergangenheit bereits von anderen Megastars wie z.B. Justin Bieber besucht wurde, aber Ed Sheeran? Und dann auch noch während ich dort arbeiten darf? Das müsste wirklich ein sehr glücklicher Zufall sein.

Aber wie es das Schicksal wollte, Ende Februar war es soweit. Schon die Tage vorher konnte man die Aufregung der anderen Mitarbeiter und die angespannte Stimmung deutlich spüren. Von vorn herein war klar, dass Ed Sheeran nur eine halbe Stunde Zeit haben würde, weshalb jeder Handgriff sitzen musste – zweite Chancen gab es in dem Fall nicht. Da ich in der Social Media Abteilung arbeitete, war klar, dass ich ganz nah mit ihm zusammenarbeiten würde. Bei Interviews oder Acoustic Sessions war ich meistens für den Ton zuständig und meine Kollegin für die Videoaufnahmen. Von daher lastete auch ein enormer Druck auf mir, denn was kann beim Radio wichtiger sein als der Ton? Wenn ich etwas vergesse oder falsch einstelle, ist der ganze Besuch umsonst und das Interview unbrauchbar. Ihr könnt euch also vorstellen, wie nervös ich war, als der große Tag vor der Tür stand.

Alles wurde vorher streng geheim behandelt. Man wollte um jeden Preis vermeiden, dass Fans von seinem Besuch in der Hauptstadt Wind bekommen und einen Massenauflauf vor dem Sender veranstalten. Ed Sheeran kam also, wie sollte es anders sein, durch die Kellergarage. Vor seiner Ankunft wurden klare Regeln aufgestellt: Keine gemeinsamen Selfies und keine Autogramme (was weniger an Ed Sheeran und seinem Team lag als an dem sehr eng getakteten Zeitplan).

Und dann war es endlich soweit: Ed Sheeran, ganz real in Fleisch und Blut, direkt vor mir. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Obwohl ich nie ein Problem mit der englischen Sprache hatte, bin ich vorher bestimmt tausend mal durchgegangen, wie ich ihn begrüßen würde – wenn er mich denn überhaupt persönlich begrüßen oder ansprechen würde (wir hatten durchaus vorher auch Stars zu Besuch, die sich dafür wohl zu fein waren). Aber der Typ, der da vor mir stand, wirkte überhaupt nicht wie ein großer Weltstar. Er stand total entspannt mit seinen typischen zerstrubbelten roten Haaren vor mir, hielt mir die Hand hin und sagte ganz selbstverständlich: “Hi, I’m Ed.“

Mein erster Gedanke? Mein Gott, ist der klein! Dazu sei vielleicht erwähnt, dass ich mit 1,81m ziemlich groß bin und die meisten Stars mir im echten Leben wohl ziemlich klein vorkommen würden. Mein zweiter Gedanke? Oh mein Gott, du hast gerade Ed Sheeran die Hand geschüttelt und er kennt ab jetzt deinen Namen (auch wenn er ihn wahrscheinlich nach einer Minute bereits wieder vergessen hat). Der erste Punkt auf der Agenda war das Interview mit einem der Moderatoren. Ich durfte dabei den Ton des Interviewers aufnehmen. Meine Hände zitterten erheblich und mein Herz schlug immer noch, als würde es mir direkt aus der Brust springen wollen. Und dann ging es einfach los.

Und was soll ich sagen? Ed Sheeran war genauso entspannt und lustig drauf wie in anderen Interviews, die ich mir bereits zur Vorbereitung online angesehen hatte. Er plauderte über sein neues Album und erzählte ganz selbstverständlich eine Story, in der er Justin Bieber auf dem Golfplatz aus Versehen mit einem Golfschläger ins Gesicht geschlagen hatte. Ganz so, als wäre er einfach nur ein Kumpel mit dem man ein paar Geschichten austauscht.

Mittlerweile hatte sich in der Tür und im Raum eine kleine Menge von Menschen angesammelt. Einige hatten ihr Handy draußen und filmten alles vom Rand aus mit. Muss schon ein komisches Gefühl sein, wenn so viele Kameras auf einen gerichtet sind. Nach dem Interview ging es dann in eine andere Etage des Senders, um die Acoustic Session eines Songs aufzunehmen. Dabei war ich dann nicht mehr für den Ton zuständig, sondern für die zweite Kamera. Diese Art von Videos werden immer in einem kleinen Raum aufgenommen, in dem meistens auch nicht so viel Platz ist. Von daher waren wir dann plötzlich nur noch zu dritt auf recht kleinem Raum. Meine Kollegin, Ed Sheeran und ich.

Die Acoustic Session verging wie im Flug. Ich stand nur etwa 1 – 2 Meter von ihm entfernt, während er uns – zumindest gefühlt – ein kleines Privatkonzert spielte. Meine Hand zitterte während der Aufnahmen immer noch merklich und auch mein Puls hatte sich kein kleines bisschen beruhigt. Aber auch hier merkte man wieder ganz deutlich: Ed Sheeran ist einfach super entspannt. Vor der Session und zwischen den Takes plauderte er immer wieder ganz locker mit uns, machte Witze oder fragte uns etwas. Ganz normal also.

Und dann war er auch wieder weg. Die halbe Stunde fühlte sich an wie fünf Minuten und noch Tage später sprachen wir darüber. Im Sender schickten wir uns gegenseitig alle Videos und Fotos, die entstanden waren. Und so hatte auch ich genug Material, um ein bisschen vor meinen Freunden anzugeben 😉

Mein Radiomoment: Unser Besuch bei Bremen NEXT

Mein Radiomoment war wortwörtlich ein kleiner Radiomoment!
Wir waren als KROSSE.fm-Reporter bei Bremen NEXT zu Gast und durften ein paar Fragen
stellen und ein wenig hinter die Kulissen blicken.

Ich war schon immer ein Radiokind und sah das Radio schon früh als einen treuen
Begleiter im Alltag an. Egal, ob unter der Dusche, beim Putzen oder Auto fahren – bei mir
ist das Radio immer an und je nachdem, welcher Song gespielt wird, wird das Radio auch
mal bis an den Anschlag aufgedreht! Wirklich fasziniert hat mich aber vor allem die Arbeit
der Moderatoren.

Daher war ich auch ziemlich gespannt auf das Gespräch mit den Mitarbeitern des Bremer
Radiosenders Bremen NEXT und vor allem auf die Antworten und Informationen, die wir
bei diesem Besuch bekommen würden. An dieser Stelle will ich natürlich noch nicht zu
viel verraten, aber ich kann sagen, dass es sich mehr als gelohnt hat, mal hinter die
Kulissen sehen zu dürfen und Fragen zu stellen!

Bremen NEXT und vor allem das Team dahinter ist großartig! – Von Anfang an war die
Stimmung zwar konzentriert, aber auch super entspannt und locker. Uns wurde viel über
die Arbeit im Radio erzählt, wie sich so ein Programm aufbaut, was einen guten
Moderator ausmacht und wie man den Weg ins Radio eigentlich finden kann.
An diesen Besuch werde ich wohl noch lange denken und vielleicht wird mein nächster
Radiomoment ein echter Radiomoment 😉 !

make the radio great again,

-Tjada

Mein Radiomoment: Morgens ist die Welt noch in Ordnung

Es ist morgens 06:15 Uhr –  alles ist noch dicht in Nebel verhüllt. Der erste Sonnenstrahl fällt fahl auf den Morgentau und: Ruhe, absolute Ruhe. Allein der Lerche Morgensang ist zu vernehmen.
Doch mit dieser verträumten Stimmung ist schnell Schluss. Der Wecker klingelt. Ich gehe ins Bad. Verschlafen sucht meine Hand den Schalter meines Radios und da dröhnt es mir entgegen:
„Eure Morningshow mit eurem M-M-M-Morgenheini vom Dienst! Was sind wir nicht putzfidel! Hahaha! Und hier die Verkehrsmeldungen.“
Diese übertriebene Fröhlichkeit, welche die Moderatoren ausstrahlen, sodass manch Geigerzähler Burnout bekommt. Gepaart mit diesen ekligen Muntermachersongs wie: Walking on Sunshine oder Pharrell Williams‘ Happy, die man mit Pech noch stundenlang im Ohr mit sich herumschleppt.
Der frühe Vogel da im Radio, der kann mich mal!

Versteht mich nicht falsch! Ich hör sehr gerne Radio am Morgen. Es ist sehr schön, mit ein wenig Musik wach zu werden, vielleicht sogar unter der Dusche dann schon mitzusingen. Es ist grandios, auf dem Klo schon einmal mitzubekommen, was so in der Welt abgeht. Und es ist toll, beim Zähneputzen  mit Hilfe des ein oder anderen Spruchs oder einer Info über die Trauer des soeben geraubten Schlafes hinweg zukommen.  Aber hey! Ich trauere noch! Einem, der trauert, haut man doch nicht im Sekundentakt schlechte Witze an den Hals!?
Und eines soll gesagt sein: Der deutsche Radiohumor ist manchmal echt zum Kotzen! Stefan Raab würde sich im Grabe umdrehen. Und so früh am Morgen kommen die schlechten Gags nicht gerade besser an, wenn man sich zu der Zeit mit der Tristesse des morgendlichen Daseins beschäftigen muss.

Wieso gibt es nicht mal eine Morningshow, die einen dort abholt, wo man sich gerade mental befindet? Eine Show, in der der Moderator nicht schon eine halbe Kanne Kaffee hinter sich hat und hibbelig ins Mikro krakeelt, sondern mit ruhiger gelassener Stimme zu mir spricht: “Guten Morgen, ich weiß, es ist zu früh, aber irgendwie stehen wir das hier schon durch! Und hier das Wetter.“

– Wilke Könken

Mein Radiomoment – Mit dem Radio durch die Jugend

Meine Radio-Geschichte erzählt von verschiedenen Lebensetappen, in denen ich auf ganz unterschiedliche Weise Radio genutzt habe.

Wenn ich an meinen ersten Kontakt mit dem Radio zurückdenke, sehe ich das Kinderzimmer meiner Schwester vor mir. Sie hatte damals einen relativ großen CD-Player mit zwei Boxen, mit dem man CDs, Kassetten und natürlich auch Radio hören konnte. Und da damals der Gebrauch von Kassetten noch Gang und Gäbe war, saß ich häufig auf dem Boden vor dem Gerät, hielt eine unbespielte Kassette in der Hand und wartete sehnsüchtig darauf, dass mein Lieblingslied im Radio gespielt wurde. Sobald DAS Lied kam, musste es schnell gehen: Rein mit der Kassette und auf den Aufnahme-Knopf drücken. Die Kassette war schnell auf beiden Seiten mit Radio-Hits bespielt und meine Schwester und ich lauschten stolz unserer eigenen Musikkreation.

Als Teenie hörte ich natürlich nur den „coolen“ Sender ENERGY, der die aktuellen Charts rauf und runter spielte und den alle meine Freundinnen hörten. Die Musikgenres Pop, Hip-Hop und R’n’B waren damals voll mein Ding, denn dazu konnte man sich am besten Tanzchoreografien überlegen. Oder man sang die Lieder lautstark im Auto mit – die Texte waren nämlich nicht besonders kompliziert.

Als ich dann ein bisschen „älter“ wurde – so zur Abi-Zeit – war für mich das Radio die erste Informationsquelle am Tag. Nach dem Aufstehen, Zähneputzen und Anziehen lief ich runter in die Küche, um zu frühstücken. Das Radio lief dann meist schon, da mein früh aufstehender Vater es vorher eingeschaltet hatte. Die Nachrichten, Interviews oder Reportagen von Deutschlandfunk oder NDR-Kultur waren meine Wachmacher und interessante Begleiter meines Frühstücks.

Irgendwann wurde es dann ernst und ich musste mich für den offiziellen Englisch-Test namens TOEFL vorbereiten, den ich für mein Studium brauchte. Und wie trainiert man – neben Gesprächen mit einem Muttersprachler natürlich – am besten das Hörverständnis einer Fremdsprache? Ich surfte im Internet und fand in der Radio-Mediathek der BBC-Sender viele spannende Podcast-Sendungen, die mir nicht nur beim Englisch-Lernen halfen, sondern auch interessante Inhalte vermittelten.

Und heute? Nun ja, es ist traurig, aber wahr: Mein Radio ist derzeit nicht in Betrieb. In der Küche überlege ich schon seit Monaten ein Brett anzubringen, auf dem das Radio ideal Platz finden würde. Es könnte mich dann beim Kochen musikalisch unterstützen oder für neue Erkenntnisse sorgen.

Vielleicht sollte ich bald mal in den Baumarkt gehen, mir ein Brett kaufen und die Bohrmaschine rausholen. Vielleicht mache ich das bald mal. Vielleicht.

-Marie-Claire

Mein Radiomoment – Radio in Reih und Glied

Ich bin eigentlich kein großer Radiohörer mehr. Klar, damals, noch vor Zeiten von Spotify, Deezer und co. und noch bevor ich das nötige Taschengeld hatte um mir selber CDs zu kaufen war Radio voll mein Ding, aber halt auch nur, weil ich sonst kaum Zugang zu Musik hatte. Bis heute hat sich das Ganze aber doch drastisch geändert, eben durch Streaming-Dienste und eine langsam aber sicher wachsende Musiksammlung. Schon lange steht gar kein Radio als solches mehr in meiner Wohnung und wirklich vermisst habe ich das Ding bis Dato nicht.

Neulich erst habe ich aber meinen Führerschein gemacht und habe mich bei meinen ersten Spritztouren in Ermangelung eines AUX- oder USB-Anschlusses in der Familiengurke meiner Eltern auf den ollen Kurzwellenempfänger verlassen müssen. Sechs Sender waren eingespeichert, überwiegend die größten und prominentesten in unserer Region, drei Mal habe ich alle durchgeschalten und auf allen liefen gefühlt dieselben drei Songs. Selbst Radio21, was sich vor Jahren noch als reiner Classic-Rock-Sender von der Menge zumindest etwas abhob, ist inzwischen der Pop-Rock-Gentrifizierung der Radiolandschaft zum Opfer gefallen. Anderswo gibt es mit Sicherheit noch Sender, die sich gegen diesen Trend auflehnen, etwas Mut zur „Hässlichkeit“ zeigen und sich auf bestimmte Genres einschießen und das ist gut so. Aber in meiner Heimatregion befürchte ich mehr und mehr, dass Musikvielfalt im Radio über das Stadium des Todesröchelns hinaus ist und endgültig versagt.

Dabei kann es auch ganz anders gehen, das zeigt sich schon beispielsweise bei England. Allein in den gefühlten 20 BBC-Sendern gibt es schon mehr Vielfalt als in der gesamten deutschen Radiolandschaft. Na gut, BBC ist auch das eine große Medienimperium, das bei den britischen Insulanern nahezu alles im Griff hat, aber das ist gerade gar nicht der Punkt. Wenn man bei Wikipedia die Liste der Deutschen Radiosender durchgeht (Ja, die gibt es wirklich) trifft man am häufigsten auf die Sparten „Pop/Rockwelle“, „Jugendprogramm“ und „Schlager/Oldiewelle“. Und Jugendprogramm und Popwelle lassen sich schon fast synonym verwenden, wir sprechen also von etwa 3,5 verschiedenen vorherrschenden Programmsparten. Wo sind die Indie- oder die Metal-Sender? Was ist mit Techno/EDM? Verdammt, ich hör nicht einmal viel Hip-Hop, aber wo sind die Hip-Hop-Sender? Hat man solche Angst, eine einzelne Zielgruppe vernünftig zu bedienen, dass man stattdessen einfach…. gar keine bedient? Man müsste ja nicht einmal auf Nachrichten oder Morningshows und dergleichen verzichten, Hauptsache ist doch, dass einmal musikalische Lücken gefüllt werden. Vor allem bietet sich doch damit eine Plattform, vorher von einem Genre unbefleckten Hörern die Möglichkeit zu geben, Musik abseits des alltäglichen Easy-Listening-Klumpatsch á la „DAS BESTE AUS 80ERN, 90ERN UND VON HEUTE“ kennen zu lernen. Vielleicht entdeckt man ja sogar ein neues Genre für sich.

Weißt du Radio, ich bin ja nicht einmal sauer auf dich. Ich bin einfach enttäuscht. Und ich weiß, ich bin nur ein dummer, kleiner Student, der noch keine Ahnung von der großen Rundfunk-Maschinerie hat. Und mit Sicherheit gibt es so einige Faktoren, die das Entstehen einer größeren Senderlandschaft verhindern. Aber ich möchte dich ja wohl gerne anhören, liebes Radio, zumindest solange ich keine andere Möglichkeit des Musikkonsums verfügbar habe. So langweilig und einheitlich wie du allerdings momentan bist, bin ich es müßig, ständig durch meine sechs Sender zu schalten.

-Joost

Mein Radiomoment

Natürlich habe ich einen Bezug zum Radio – ich kenne kaum jemanden, der den nicht hat. Und sei es nur das sich ständige Ärgern über die ewig gleiche Chartmusik, deren Niveau in den letzten Jahren immer neue Tiefpunkte zu erreichen scheint.
Aber von einem Moment sprechen, der mich in meiner Beziehung zum Radio geprägt hat oder an den ich mich besonders erinnere, wäre zu viel verlangt. Ich könnte davon erzählen, wie ich mein erstes Praktikum beim Radio gemacht habe, wie ich mehr als nur einmal Konzertkarten im Radio gewonnen habe oder wie das Radio eine Freundschaft retten konnte. Aber all das sind nur Ausschnitte, schöne Erinnerungen, die das, was Radio leisten kann, beschönigen und überschätzen.

Viel mehr überwiegen Erinnerungen an fast jeden einzelnen Sender, den ich in meinem bisherigen Leben gehört habe, bei dem mir morgens um 7 Uhr Gabi und Frank oder Sabine und Wettermax mit ihrer viel zu offensichtlich gespielten und völlig übertriebenen guten Laune auf den Keks gehen.
Die einzige Lösung für mich: Das Radio bleibt vor 10 Uhr aus oder ich versuche die Sender zu meiden, deren Morningshows oft wie der verzweifelte Versuch wirken, ein junges Publikum zu erreichen – eine echte Herausforderung.

Aber auch, wenn mich vieles am Radio und an einem Großteil der Sendungen stört, ist es dennoch kaum aus meinem Leben wegzudenken. Vieles lässt sich nebenbei erledigen – das können weder Fernsehen, noch Printmedien leisten. Radio kann informativ und unterhaltend sein, man kann Neues entdecken (sofern man den passenden Sender gefunden hat). Und der in den Augen Vieler eher negativ behaftete Begriff des „Begleitmediums“ beschreibt das, was Radio für mich ist, perfekt.

Vielleicht gibt es nicht den einen großen Radiomoment für mich, sondern eher viele kleine Radiomomente. Der Moment, wenn der belanglose Smalltalk endet und interessante Beiträge beginnen. Der Moment, wenn überraschend gute Musik gespielt wird. Wahrscheinlich macht es genau das so besonders für mich. Die kleinen Lichtblicke, die das meist ungeliebte Programm vergessen lassen, weil man die Musik (wieder) entdeckt, nach der man lange gesucht hat.

-Nola

Mein Radiomoment – Was eine Reise nach Barcelona mit meiner Liebe zum Radio zu tun hat

Gerne Radio gehört habe ich schon immer und überall. In der Küche, im Auto, beim Putzen und beim Essen. Es ist eben das Begleitmedium schlechthin. Ich wurde mit dem immer gleichen Sender sozialisiert, kannte schon früh alle verschiedenen Sendungen, die Moderatoren und konnte bei allen Liedern mitsingen, die über den Tag gespielt wurden. Bis heute.

So kommt es dann, dass man sich vor das Radio setzt und aufmerksam zuhört, an Veranstaltungen teilnimmt und bei Gewinnspielen mitmacht. Wie das eine Mal, als es eine Reise nach Barcelona zu gewinnen gab. Und ja, ich war Glückspilz genug diese zu gewinnen.

Daraufhin wurde ich zum Gewinn der Reise interviewt. Die Reporterin wollte mich eigentlich nur eine Viertelstunde zu dem Gewinn und zu meiner Person befragen. Daraus wurde dann eine Stunde – weil sie so viel Spaß daran hatte, mich zu interviewen und ich daran, in das Mikro zu quatschen. Und weil ich so viel zu erzählen hatte, wurde ich in einen Radio-Stammtisch eingeladen, um eine Stunde mit einer Moderatorin über verschiedenste Themen zu quatschen. Live on air.

Seitdem jagt mich das Mikro. Sei es auf der Barcelonareise, auf der ein Reporter der ständige Begleiter der Reisegruppe war, nach Basketballspielen, in der Bremer City oder auf dem Hurricane Festival. Ständig hält mir jemand ein Aufnahmegerät (oder auch mal eine Kamera) vor die Nase. Und ich habe immer etwas zu erzählen.

Mein Radiomoment – Radio als mein ständiger Beifahrer

Mein Radiomoment – Radio als mein ständiger Beifahrer

Radio einschalten, Fenster runter und lauthals mitsingen – das bringt mir gute Stimmung und muss beim Autofahren sein. Zuhause höre ich auch Radio, aber im Auto hat es eine besondere Wirkung auf mich. Das Radio ist mein Beifahrer. Hierbei empfinde ich Leichtigkeit, gute Unterhaltung und fühle mich nicht alleine. Der Moderator erzählt mir, was es Neues in meiner Region gibt, erzählt mir die wichtigsten Neuigkeiten aus der Welt und heitert meine Stimmung mit seiner lockeren Art auf. Schon entsteht das Gefühl unterhalten zu werden. Radio ist aber nicht nur reine Unterhaltung, sondern auch ein wichtiges Instrument im Alltag, um Informationen und Wissenswertes zu verbreiten. Was das Radiohören so besonders für mich macht, ist, dass man eine bunte Mischung an Hits erwarten kann. Ähnlich wie eine prall und bunt gefüllte Tüte voller Bonbons. Eine Überraschung nach der nächsten, worauf man sich freuen kann. Ich liebe die Bandbreite von Musik im Radio – wenn ich durch die Radiosender zappe, weiß ich genau, dass mich nicht nur brandaktuelle Hits, sondern auch Klassiker erwarten, zu denen ich mitgrölen kann. Auch wenn mich die Autofahrer anstarren und für verrückt erklären.
Manchmal gibt es aber auch Tage, an denen ich mich einfach nur beschallen lassen möchte und mir nicht nach Gesang während der Fahrt ist. Wenn ich nicht gut gelaunt bin, mich der eine oder andere Song mit seinem tiefgründigen Text zu sehr berühren könnte, dann höre ich nur halbherzig hin oder schalte das Radio erst gar nicht an.
Spaßiger ist Radiohören allerdings mit meinen Lieblingsmenschen, meinen Freunden: genauso verrückt nach schiefem Gesang und starken Bässen wie ich. Also verwandelt sich die eine oder andere Autofahrt zu einem wahren Partymarathon, ein Hit jagt den nächsten, ein schriller Refrain kommt nach dem anderen. Radio verbindet Menschen und schafft ein starkes Gemeinschaftsgefühl, wenn man es zusammen genießt.

Nilay

Mein Radiomoment – Samstagnachmittag. Bundesligazeit. Radiokonferenzzeit.

Ein Samstagnachmittag irgendwo in Deutschland. Bundesligazeit. Radiokonferenzzeit.

Während tausende andere Menschen in den Stadien der Republik in den Fankurven stehen, sitze ich zu Hause vor dem Radio. Wie viele Stunden habe ich schon den Stimmen von „Manni“ Breuckmann, Günther Koch und Sabine Töpperwien gelauscht? Vor allem als es noch keine Smartphones gab (beziehungsweise ich noch keines hatte), war der Samstagnachmittag fest für’s Radio reserviert.

Zusammen mit Freunden habe ich viele Stunden nur vor einem Radio verbracht, die Zwischenergebnisse und die Livetabelle notiert und gehofft, dass der eigene Verein gewinnt. Obwohl man nicht im Stadion ist oder das Spiel im Fernsehen verfolgt, schaffen es die Reporter und Reporterinnen einem den Eindruck zu vermitteln, live dabei zu sein. Tore, Elfmeter, Platzverweise und Fouls – irgendwie sind wir dabei – nur durch die Stimmen der Reporterinnen und Reporter. Vor dem eigenen Auge malt man sich die Szenen aus und ist bei der abendlichen Sportschau dann manchmal doch überrascht, wie nahe die eigenen Vorstellungen an den Originalszenen sind.

Zum Radiohören gehört also auch Kreativität und Vorstellungskraft: Wie ist die Ecke in den Strafraum gesegelt? Wie wurde der Stürmer vom Verteidiger gefoult? Wie hat dieser reagiert als der anstürmende Schiedsrichter ihm die rote Karte zeigte? Wie hat der Stürmer sich den Ball zum Elfmeter hingelegt? Wie hat er nach seinem Tor gejubelt? Das alles können uns die Reporterinnen und Reporter erzählen, aber bildlich vorstellen muss ich es sich am Ende jeder selber.

Bei Krosse.FM sitze ich jetzt auf der anderen Seite: Zwar senden wir nicht aus dem Weserstadion oder vom Millerntor, aber auch wir müssen dafür sorgen, dass wir unseren Zuhörerinnen und Zuhörern die nötigen Infos liefern, sodass ihre Kreativität und Vorstellungskraft angeregt wird. Trotzdem muss genug Raum bleiben, dass jede und jeder unterschiedliche, eigene Ideen entwickeln kann.

Die Stunden, die ich samstags vor dem Radio verbringe, sind weniger geworden. Das Smartphone mit diversen Tickerapps ist daran bestimmt nicht unschuldig. Wehmütig denke ich manchmal daran zurück und freue mich dann doch immer wieder, wenn ich es mal wieder schaffe, um 15:30 Uhr den Stimmen aus sechs verschiedenen Stadien der Fußballrepublik zu lauschen und ich meiner Kreativität und Vorstellungskraft freien Lauf lassen kann…

Lukas

Mein Radiomoment – Radio machen ist wie kochen

Viel Arbeit hinter dem iMac um etwas Tolles zu zaubern.

Radio machen ist ein wenig wie kochen. Man braucht gute Zutaten, um etwas Tolles zu zaubern. Ein paar Moderationen, die richtige Musik, die passenden Beiträge und dann alles klein schnippeln, um daraus hinterher ein großes Ganzes entstehen zu lassen. Genau da sind wir gerade bei.

Die Musik ist bereits ausgewählt, die Moderationen geschrieben und die Beiträge erfasst. Jetzt geht es ans Eingemachte: das Schneiden. In den fensterlosen, kleinen, stickigen Schnitträumen des GW2 verbringen wir einige Stunden am Rechner und vergessen dabei die Zeit. Klingt erstmal schrecklich, ist es aber nicht. Es macht Spaß. Ein bisschen Apfel+T, ein bisschen Apfel+J, Backspace und immer wieder die Leertaste um alles abzuspielen. Aber vor allem lachen wir und befassen uns intensiv mit dem Thema Schnitt.

Es ist schon ziemlich cool, wenn man den Interviewpartner, der sich häufig verhaspelt, mittels ein paar Schnitten, zu einem anständigen Satzbau verhelfen kann. Es ist ein bisschen verrückt, die zuvor aufgenommenen Geräusche mit in ein Interview einzubauen. Aber vor allem ist es ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass aus den eigenen Ideen, den vielen Stunden Arbeit und der eigenen Stimme etwas Brauchbares wird, etwas, was sich auch andere Menschen anhören.

Das Team von Krosse.FM sitzt in diesen Tagen für euch in den fensterlosen, kleinen, stickigen Räumen mit rauchenden Köpfen damit es bald wieder heißt: Krosse.FM… läuft! Und das zum zweiten Mal!

Annika