Mein Radiomoment – Mit dem Radio durch die Jugend

Meine Radio-Geschichte erzählt von verschiedenen Lebensetappen, in denen ich auf ganz unterschiedliche Weise Radio genutzt habe.

Wenn ich an meinen ersten Kontakt mit dem Radio zurückdenke, sehe ich das Kinderzimmer meiner Schwester vor mir. Sie hatte damals einen relativ großen CD-Player mit zwei Boxen, mit dem man CDs, Kassetten und natürlich auch Radio hören konnte. Und da damals der Gebrauch von Kassetten noch Gang und Gäbe war, saß ich häufig auf dem Boden vor dem Gerät, hielt eine unbespielte Kassette in der Hand und wartete sehnsüchtig darauf, dass mein Lieblingslied im Radio gespielt wurde. Sobald DAS Lied kam, musste es schnell gehen: Rein mit der Kassette und auf den Aufnahme-Knopf drücken. Die Kassette war schnell auf beiden Seiten mit Radio-Hits bespielt und meine Schwester und ich lauschten stolz unserer eigenen Musikkreation.

Als Teenie hörte ich natürlich nur den „coolen“ Sender ENERGY, der die aktuellen Charts rauf und runter spielte und den alle meine Freundinnen hörten. Die Musikgenres Pop, Hip-Hop und R’n’B waren damals voll mein Ding, denn dazu konnte man sich am besten Tanzchoreografien überlegen. Oder man sang die Lieder lautstark im Auto mit – die Texte waren nämlich nicht besonders kompliziert.

Als ich dann ein bisschen „älter“ wurde – so zur Abi-Zeit – war für mich das Radio die erste Informationsquelle am Tag. Nach dem Aufstehen, Zähneputzen und Anziehen lief ich runter in die Küche, um zu frühstücken. Das Radio lief dann meist schon, da mein früh aufstehender Vater es vorher eingeschaltet hatte. Die Nachrichten, Interviews oder Reportagen von Deutschlandfunk oder NDR-Kultur waren meine Wachmacher und interessante Begleiter meines Frühstücks.

Irgendwann wurde es dann ernst und ich musste mich für den offiziellen Englisch-Test namens TOEFL vorbereiten, den ich für mein Studium brauchte. Und wie trainiert man – neben Gesprächen mit einem Muttersprachler natürlich – am besten das Hörverständnis einer Fremdsprache? Ich surfte im Internet und fand in der Radio-Mediathek der BBC-Sender viele spannende Podcast-Sendungen, die mir nicht nur beim Englisch-Lernen halfen, sondern auch interessante Inhalte vermittelten.

Und heute? Nun ja, es ist traurig, aber wahr: Mein Radio ist derzeit nicht in Betrieb. In der Küche überlege ich schon seit Monaten ein Brett anzubringen, auf dem das Radio ideal Platz finden würde. Es könnte mich dann beim Kochen musikalisch unterstützen oder für neue Erkenntnisse sorgen.

Vielleicht sollte ich bald mal in den Baumarkt gehen, mir ein Brett kaufen und die Bohrmaschine rausholen. Vielleicht mache ich das bald mal. Vielleicht.

-Marie-Claire

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